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Häufig gestellte Fragen und Antworten

Hier kommen Sie zu den Übersichten der häufig gestellten Fragen und Antworten:

Fragen und Antworten: Bereich Kleidung & Schmuck

Muss ich als Allergiker auf Kleidung, die ich nicht selbst waschen kann, verzichten?

Für Kontaktallergiker und gegebenenfalls auch Menschen mit atopischer Dermatitis kann folgendes sinnvoll sein: Nicht waschbare Kleidung, die Sie unmittelbar auf der Haut tragen, sollten Sie tatsächlich lieber nicht tragen. Fabrikfrische Textilien können noch relativ leicht ausfärben oder Reste von Appreturen aufweisen. Menschen mit sehr empfindlicher Haut sollten dies zum Beispiel bei der Wahl einer feinen Abendgarderobe bedenken. Bei Lederhosen oder Schuhen wiederum können Gerbstoffe beziehungsweise das sechswertige Chrom (Chrom-VI) für Allergiker problematisch werden.

Dagegen dürfen andere Kleidungsstücke wie Jacken, die in der Regel über anderen Textilien getragen werden, auch in die chemische Reinigung. Bevor man das gute Stück dann wieder anzieht, sollte man es nur gut im Freien auslüften lassen – damit die Reste der chemischen Reinigungsmittel ausdünsten können.

Immer, wenn ich Wollpullover trage, beginnt meine Haut zu jucken. Habe ich eine Wollallergie?

In den seltensten Fällen reagieren Menschen tatsächlich auf die Textilfasern selbst allergisch. Diese bestehen aus relativ großen, komplexen Molekülen, die nicht in die Haut eindringen können. Relativ häufig hingegen kommt es bei eher kratzigen Kleidungsstücken zu einer mechanischen Reizung der Haut, die sich insbesondere bei empfindlichen Menschen durch Rötung und Juckreiz bemerkbar macht.

Bei Wolle spricht man dann von einer Wollunverträglichkeit. Die Wollunverträglichkeit ist bei Patienten mit einer atopischen Dermatitis ein relativ häufiges Symptom. Was hilft, ist solche Textilien nicht direkt auf der Haut zu tragen, sondern noch einen Schutz aus weicherer Baumwollwäsche dazwischen anzuziehen. Manchmal hilft auch, die Pullover mit einem Weichspüler (parfümfrei!) zu waschen. So werden die Fasern weicher und scheuern weniger.

Ist Secondhand-Kleidung für Allergiker zu empfehlen?

Je öfter Kleidung gewaschen wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus ihr keine Schad- oder Farbstoffe mehr lösen. Insofern eignen sich zum Beispiel Kinderkleidermärkte gut, um Kleidung für Kinder mit empfindlicher Haut zu kaufen.

Meine sechsjährige Tochter möchte sich Ohrlöcher stechen lassen. Spricht etwas dagegen?

Gegen Ohrlöcher sprechen zwei Dinge: Die nicht auszuschließende Gefahr einer Nickel-Sensibilisierung und das Risiko einer Infektion. Durch den Ohrstecker wird die Hautbarriere bewusst überwunden und Fremdstoffe jeglicher Art gelangen leichter ins Blut.

Die Bedarfsgegenständeverordnung regelt, dass Ohrstecker nicht mehr als 0,2 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter und Woche freisetzen. Eine Sensibilisierung für Nickel ist dadurch unwahrscheinlicher geworden. Allerdings kann dieser Grenzwert für Kinder immer noch zu hoch sein. Auch die Entzündungsgefahr, sei es durch unsauberes Arbeiten oder durch unsaubere Kinderhände, ist nicht gebannt. Mit dem Stechen von Ohrlöchern sollte mindestens bis ins Teenageralter gewartet werden.

Ich möchte mir den Bauchnabel piercen lassen, habe aber gehört, dass damit Allergien ausgelöst werden können. Stimmt das?

Hier gilt ähnliches wie für Ohrstecker: Die schützende Hautbarriere wird durchstochen und in den Körper können Keime und sensibilisierende Stoffe wie Nickel gelangen. Zwar gibt es inzwischen für Gegenstände, die in engem und langem Kontakt mit dem Körper kommen, einen Grenzwert für die Nickelausscheidung. Dadurch ist das Risiko, durch ein nickelhaltiges Piercing zum Allergiker zu werden, gesunken. Ausschließen lässt sich die Gefahr jedoch nicht.

Ich hatte nie ein Problem mit Nickel. Doch seit kurzem reagiere ich mit Ausschlag auf meine Gürtelschnallen. Kann eine Allergie so plötzlich kommen?

Es ist typisch für eine Kontaktallergie, dass sie von einem Tag auf den nächsten auftaucht. Von der Sensibilisierungsphase, die vor Monaten oder Jahren begonnen haben kann, bekommt man äußerlich nichts mit. Bei einem späteren Kontakt reagiert der Körper dann auf einmal allergisch – und zwei bis drei Tage später bildet sich ein Ekzem (Kontaktallergie).

Was mache ich mit altem Schmuck, der möglicherweise Nickel enthält?

Da es früher keine Grenzwerte für Nickel in Schmuck gab, kann älterer Schmuck relativ hohe und leicht lösliche Nickelanteile haben. Probleme kann es hier vor allem mit Ohrringen bzw. Ohrsteckern geben, die über das Loch im Ohrläppchen leicht mit dem Immunsystem in Kontakt treten. Die Aufhänger sollten daher in jedem Fall durch neue ersetzt werden; Nickel-Allergikern empfiehlt sich, auf (Modeschmuck-)Ohrringe ganz zu verzichten. Alternativ können Ohrringe auch zu Broschen oder Ketten umgearbeitet werden. Diese werden oft – zumal wenn sie auf der Kleidung getragen werden – besser vertragen. Details besprechen Sie am besten mit einem Goldschmied.

Meine Lederschuhe verursachen ein allergisches Kontaktekzem. Wie finde ich bessere Schuhe?

Ursache für Ihr Kontaktekzem ist wahrscheinlich eine Allergie gegen den Ledergerbstoff Kaliumdichromat. Hier sind pflanzlich gegerbte Schuhe eine Alternative. Diese finden Sie am ehesten bei einem Hersteller von Naturschuhen. Nachfragen können Sie aber auch in einem gut ausgestatteten Schuhgeschäft. Weitere Ursachen können aber auch Farbstoffe oder Kleber sein.

Kann man eine Kontaktallergie heilen?

Nein. Ist eine Sensibilisierung erst einmal erworben, bleibt Sie in der Regel ein Leben lang bestehen – auch wenn der erste Kontakt mit dem Allergen schon Jahre zurück liegt. Allerdings kann die Empfindlichkeit auf manche Allergene im Laufe der Zeit abnehmen, wenn es konsequent gemieden wird.

Durch einen ausgeprägten Kontakt jedoch kann die Allergie aufs Neue erblühen. Heilbar ist jedoch das allergische Kontaktekzem, die klinische Manifestation der Sensibilisierung. Hierzu können etwa Cortison-haltige Salben eingesetzt werden.

Kann das Tragen einer Zahnspange zu Hautausschlag führen?

Wenn für die Zahnspange Nickellegierungen verwendet wurden, ist es möglich, dass diese ein allergisches Ekzem auslösen. Wenn Sie eine vom Arzt diagnostizierte Nickelallergie haben oder den Kontakt mit Nickel vorbeugend vermeiden wollen, sprechen Sie mit Ihrem Kieferorthopäden, bevor Sie die Spange anpassen lassen. Es gibt nickelfreie Alternativen – beispielsweise aus Keramik, rostfreiem Edelstahl oder speziellen Titan-Legierungen, die verwendet werden können.

Entstehen Hautausschläge, nachdem eine (feste) Zahnspange bereits angepasst wurde, ist es unter Umständen erforderlich, die alte Spange oder Teile davon zu ersetzen.

Woran erkenne ich, welche Hilfsmittel in Kleidung stecken?

Herstellerangaben wie "bügelleicht" oder "knitterfrei" deuten darauf hin, dass die Kleidung mit Vernetzern ausgerüstet wurde; der Hinweis "antibakteriell" kann bedeuten, das Triclosan oder Silber in den Textilien steckt. Wer es jedoch genau wissen will, muss bei den Herstellern nachfragen – wenngleich diese (ähnlich wie Kosmetikhersteller) nicht zur Auskunft verpflichtet sind. Als hautfreundlich gelten Textilien, die mit einem Öko-Siegel versehen sind. Dazu zählen etwa das Europäische Umweltzeichen, Ecoproof, ÖkoControl, Öko-Tex 100, Qualitätszeichen Naturtextil und Toxproof. Hier wird auf potenzielle Schadstoffe und eventuell bedenkliche Hilfschemikalien zum großen Teil oder vollständig verzichtet.


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