Häufig gestellte Fragen und Antworten
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Fragen und Antworten: Bereich Kinder & Spielzeug
- Mein Kind hat ein erhöhtes Risiko, an einer Allergie zu erkranken. Welche Spielsachen sollte ich von ihm fernhalten?
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Es gibt keine grundsätzliche Kennzeichnung, die auf allergieauslösende Stoffe in Spielzeug hinweist. Doch ein paar Hinweise helfen, das eventuell bestehende Risiko zu senken:
- Vermeiden Sie weiche Plastikspielsachen; importierte oder ältere Produkte können immer noch Weichmacher enthalten. In Bällen oder Ballons kann verarbeiteter Latex in Einzelfällen Beschwerden machen.
- Waschen Sie neues Spielzeug mit warmem Wasser gut ab und lassen Sie es einige Zeit an der frischen Luft ausgasen. Spielzeug aus hartem Plastik ist, nachdem es gewaschen und ausgelüftet wurde, unproblematisch.
- Wählen Sie unlackiertes Holzspielzeug oder solches, das sich auch für Kinder unter drei Jahren eignet und dementsprechend schweiß- und speichelfest ist.
- Kaufen Sie nur Kuscheltiere, die Sie waschen können – zum Schutz vor Hausstaubmilben.
- Kaufen Sie bei Klebern, Schreib- und Malzeug nichts, was Lösungsmittel enthält.
Insgesamt sind Überempfindlichkeitsreaktionen auf Spielsachen eher die Ausnahme.
- Wie gefährlich ist Kinderschminke für Kinder?
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Kinderschminke muss eigentlich unbedenklich sein. Trotzdem haben Tests für Verbraucher gezeigt, dass in einzelnen Produkten bedenkliche Konservierungsmittel stecken können. Wichtig zu wissen ist: Kinderschminke ist kein Kosmetikprodukt und nicht dazu gedacht, beliebig lang im Gesicht zu verbleiben. Zum Schutz der empfindlichen Kinderhaut empfiehlt sich daher, diese vor dem Schminken einzucremen. So lässt sich die Schminke nach ein paar Stunden auch wieder besser entfernen.
- Mein Sohn reagiert allergisch auf Hausstaubmilben. Muss ich ihm sein Kuscheltier wegnehmen?
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Das ist nur in Extremfällen notwendig. Ansonsten empfehlen sich "pflegeleichte" Kuscheltiere, die man häufig waschen und auslüften kann – am besten gleich in zweifacher Ausführung, damit während der Wasch- und Trocknungsphasen keine "kuscheltierfreien" Zeiten entstehen. Außerdem gibt es in der Apotheke Produkte zur Bekämpfung der Haustaubmilbe in Textilien (sog. Acaricide).
- Worauf muss ich achten, wenn ich Spielzeug aus zweiter Hand kaufe?
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Generell ist Secondhand-Spielzeug bei einer Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen eine gute Lösung: Flüchtige Schadstoffe, die aus Plastiksachen oder Lackierungen ausgasen könnten, haben sich dann nämlich längst verzogen. Allerdings sollte man alle Gegenstände vor dem Gebrauch selbst noch einmal abwaschen, da man nicht weiß, ob und wie diese vorher gereinigt wurden. Auch tierische Allergene, Hausstaubmilben oder Zigarettenrauch könnten noch an den Spielsachen kleben.
- Meine kleine Tochter schaut sich Babykinderbücher nicht nur gerne an, sondern kaut auch gerne darauf herum. Kann dadurch eine Allergie ausgelöst werden?
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Bemalte und lackierte Holzbücher und Gummibücher, die auch für die Badewanne taugen, sollten zumindest für kleine Kinder zugelassen und speichelecht sein. Bei Atopikern wäre die Gefahr einer Latexallergie zu bedenken, die auch einen schweren Verlauf nehmen kann. Bei Büchern mit beschichteter Pappe wiederum sollte die Folie intakt sein, die man vor Gebrauch vorsichtshalber einmal abwischen kann. Und ein Stoffbuch wäscht man am besten auch durch, bevor es das Kind in die Hand bekommt. Wichtig ist hierbei, gut mit klarem Wasser nachzuspülen, damit im Kindermund keine Waschmittelreste landen.
- Viele allergische Erkrankungen machen sich oft in einem ganz bestimmten Kindesalter bemerkbar. Wenn diese „kritischen Phasen“ allergiefrei überstanden sind, ist man dann auf der sicheren Seite?
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Das hängt ganz von der Allergieform ab. Die atopische Dermatitis tritt bevorzugt im Kindes- und Jugendalter auf, selten gibt es auch die Spätmanifestation. Allergische Arzneimittelreaktionen, die Kontaktallergie und das allergische Asthma können in jedem Alter entstehen.
- Wie früh kann ein Arzt bei meinem Kind mit einer Hyposensibilisierung beginnen?
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Etwa ab dem Alter von fünf oder sechs Jahren können auch Kinder mit einer Hyposensibilisierung behandelt werden. Diese wird klassischerweise in einer Reihe von Sitzungen über einen Mindestzeitraum von drei Jahren durchgeführt, wobei der kleine Patient jedes Mal eine Spritze mit dem fein dosierten Allergen bekommt. Geeignet ist die Hyposensibilisierung vor allem bei Atemwegsallergien und Insektengiftallergien.
Generell ist eine frühe Therapie sinnvoll: Je rascher sie an die gesicherte Diagnose anschließt, umso größer sind die Erfolgschancen. Zudem kann man dadurch beispielsweise bei Heuschnupfen einen Etagenwechsel zum allergischen Asthma verhindern.
- Mein Mann und ich haben beide keine Allergien. Müssen wir für unsere Kinder trotzdem irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen treffen?
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Das Risiko, dass Ihr Kind an einer Allergie erkrankt, ist relativ gering. Trotzdem empfehlen Experten generell, Babys mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats ausschließlich zu stillen und danach die Beikost Schritt für Schritt einzuführen.
Auch sollte während der Schwangerschaft, der Stillzeit sowie in Gegenwart von Mutter und Kind nicht geraucht werden, da Rauchen – abgesehen von anderen Nebenwirkungen – das Risiko für Kinder erhöht, Allergien zu entwickeln.
Darüberhinaus ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft wichtig. Nicht sinnvoll ist es dagegegen, aus Vorsicht keine Haustiere anzuschaffen (oder sie abzuschaffen) oder mit hypoallergener Säuglingsnahrung zu füttern. Eine vorbeugende Wirkung ist hier nicht belegt. Im Gegenteil: Übertriebene Vorsichtsmaßnahmen, wie etwa übermäßige Hygiene, können die Gefahr einer Allergie sogar verstärken – wahrscheinlich weil das Immunsystem zu wenig Gelegenheit zum Training hat.
- Ich kann nicht stillen. Gibt es für Muttermilch einen Ersatz, der ebenfalls vor Allergien schützt?
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Eine schützende Wirkung an sich hat lediglich die Muttermilch – vermutlich, weil die Mutter beim Stillen Immunfaktoren an das Kind weitergibt. Da industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrungen, selbst wenn sie hypoallergen sind, nur das Ziel haben, möglichst KEINE Allergien auszulösen, ist die Gabe von solchen Nahrungen nicht generell, sondern nur bei familiärer Vorbelastung sinnvoll, wenn also bei Verwandten ersten Grades bereits allergische Erkrankungen bestehen.
Neueren Studien zufolge schneidet hier die vollständig hydrolysierte Säuglingsnahrung im Vergleich zu herkömmlicher Säuglingsmilchnahrung am besten ab. Bei diesen Produkten ist das enthaltene Fremdeiweiß in so kleine Bestandteile zerlegt, dass es in der Regel zu keiner allergischen Reaktion mehr kommt. Vollständig hydrolysierte Säuglingsnahrung bekommt man nur in der Apotheke, sie ist sehr teuer und gilt geschmacklich als nicht besonders attraktiv. Meist reichen für Allergie-gefährdete Kinder teilhydrolysierte Säuglingsanfangsnahrungen aus – bekannt als HA-Nahrung, die auch in Drogeriemärkten und Lebensmittelgeschäften erhältlich ist. Bei HA-Nahrung werden die Milcheiweiße in etwas größere Bestandteile gespalten, so dass auch hier kaum Allergene vorhanden sind.
Eltern, die selbst keine Allergien haben, können ihrem Kind – sofern es nicht gestillt wird oder gestillt werden kann – guten Gewissens normale Säuglingsanfangsnahrung mit Kuhmilchformel geben – vorsichtshalber HA-Nahrung zu geben, hilft jedenfalls nicht, Allergien zu verhindern. Auf reine Kuhmilch sollte in den ersten sechs Lebensmonaten allerdings trotzdem verzichtet werden. Allergiegefährdete Säuglinge, die bislang keine Kuhmilchallergie entwickelt haben, dürfen ab dem 7. Monat Kuhmilch erhalten. Kuhmilch im zweiten Lebenshalbjahr zu meiden, ist wegen der in ihr enthaltenen lebenswichtigen Inhaltsstoffe nicht gerechtfertigt – es sei denn, es besteht eine Kuhmilchallergie.
- Ich habe gelesen, dass Allergien gegen Hühnereier und Kuhmilch bei Kindern besonders häufig sind. Soll ich während der Schwangerschaft auf solche Produkte verzichten?
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In der Schwangerschaft ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig. Verzichtet man aus Angst vor Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel, besteht die Gefahr, auch auf Nährstoffe zu verzichten, die für das ungeborene Kind wichtig sind: Eine Ernährung ohne Milchprodukte kann beispielsweise zu einem Mangel an Calcium führen. Der Vorteil einer allergenarmen Ernährung in der Schwangerschaft ist wissenschaftlich nicht belegt. Auch wissenschaftliche Untersuchungen konnten bisher nicht nachweisen, dass eine allergenarme Ernährung der Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit das Kind vor Allergien schützt.
