Formaldehyd/Formaldehydharze
Formaldehyd ist ein wichtiger Grundstoff der chemischen Industrie und wird unter anderem angewendet bei der Herstellung von kosmetischen Produkten und bei der Textilveredelung.
Anwendung bei kosmetischen Produkten:
Formaldehyd ist ein wirksames und günstiges Konservierungs- und Desinfektionsmittel, das über die Haut aufgenommen und bei längerem Kontakt allergisierend wirken kann. Kosmetika dürfen derzeit bis 0,2 Prozent Formaldehyd enthalten, ein Gehalt über 0,05 Prozent freiem Formaldehyd muss mit dem Hinweis „enthält Formaldehyd" gekennzeichnet sein. Allerdings ist der Einsatz von freiem Formaldehyd als Konservierungsstoff in Kosmetika stark rückläufig: Stattdessen werden Substanzen verwendet, die Formaldehyd abspalten (Formaldehyd-Libratoren).
Anwendung bei Textilien:
Je glatter, glänzender und steifer ein Stoff ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Ausrüstungsmittel (Vernetzer) enthält; auch Bezeichnungen wie "knitterarm", "pflegeleicht" oder "bügelfrei" weisen darauf hin. Formaldehydharze gehören mit zu diesen Mitteln.
Noch vor einigen Jahrzehnten hatte Formaldehyd in Textilien häufig Sensibilisierungen ausgelöst. Heute bereiten Formaldehydreste in Stoffen nur noch wenig Probleme: Textilien, die nach modernen Verfahren hergestellt und mit modernen Ausrüstungsmitteln behandelt werden, enthalten nur noch sehr wenig freies Formaldehyd. Mögliche Restbestandteile, die sich aus den Fasern lösen können, lassen sich durch Waschen entfernen. Kleidungsstücke, die dennoch freies Formaldehyd enthalten, müssen gekennzeichnet sein. Sie tragen den Hinweis: "Es wird empfohlen, das Kleidungsstück zur besseren Hautverträglichkeit vor dem ersten Tragen zu waschen".
Bei Leder können p-tert-Butylphenol-Formaldehydharze problematisch sein: Diese Harze werden vor allem zum Kleben von Leder eingesetzt. In älteren Berichten über eine Sensibilisierung durch p-tert-Butylphenol-Formaldehyd-Harze sind vor allem Schuster oder Patienten mit Kontaktekzemen durch Schuhe erwähnt. Aktuell sind in Deutschland Probleme mit dem Stoff vergleichsweise gering.
Weitere Informationen zu Formaldehyd
- Toxikologische Bewertung von Formaldehyd in verbrauchernahen Produkten (Quelle: BfR)
- Verwendung von Formaldehyd in Pflege- und Reinigungsmitteln in Privathaushalten (Quelle: BfR, IKW)
- Übersicht mit Schadstoffinformationen zu Formaldehyd (Quelle: www.enius.de)
- Nachweis der inneren Belastung mit Formaldehyd nicht möglich – Informationspapier der Informationsstelle Human-Biomonitoring (Quelle: Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt)