Gesetzliche Regelungen und Risiken
Mit der zum 01. Mai 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Tätowiermittelverordnung (TätMVO) dürfen Farbstoffe, an deren gesundheitlicher Unbedenklichkeit Zweifel bestehen, nicht in Mitteln zum Tätowieren verwendet werden. Dazu gehören unter anderem Azo-Farbstoffe und para-Phenylendiamin (PPD), sowie weitere in den Anlagen der Verordnung genannte Stoffe.
Darüberhinaus wird mit den Kennzeichnungsvorschriften der neuen Tätowiermittelverordnung sichergestellt, dass alle Inhaltsstoffe angegeben werden. Dies soll Transparenz über die Zusammensetzung der in die Haut eingebrachten Farbstoffe schaffen. Auch müssen Tätowiermittel eindeutig bezeichnet und mit Herstellerangaben und Mindesthaltbarkeitsdatum versehen sein. Zudem muss der Herstellungs- oder Einfuhrort den zuständigen Überwachungsbehörden der Länder gemeldet werden. Damit wurden die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Intensivierung der Kontrollen im Bereich der Tätowiermittel geschaffen.
Grundsätzlich ist bereits im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) geregelt, dass genauso wie bei kosmetischen Mitteln keine Mittel hergestellt oder in den Verkehr gebracht werden dürfen, die bei Gebrauch geeignet sind, die Gesundheit des Menschen zu schädigen (§§ 30, 31 LFGB). Die Tätowiermittel-Verordnung regelt darüber hinaus zum Schutz des Verbrauchers konkret die erforderliche Kennzeichnung sowie Mitteilungspflichten und verbotene Stoffe. Als Tätowiermittel gelten beispielsweise auch Mittel für Permanent-Make-up.
Tätowierungen bringen folgende gesundheitliche Risiken mit sich:
- Virale Infektionen: Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D, HIV, Papillomavirus durch unsterile Arbeitsweise
- Bakterielle und Pilzinfektionen durch unsterile Arbeitsweise
- Nicht-infektiöse Risiken: allergische Reaktionen vom Typ IV , allergische Kontaktdermatitis, granulomatöse/lichenoide Reaktionen, Pseudo-Lymphome, Sarkoidose
- Andere Hautbeschwerden: Psoriasis/Köbner-Phänomen (Entstehung neuer Krankheitsherde an Stellen, die mechanisch gereizt wurden), Photodermatosen
- Gesundheitliche Risiken aufgrund von Verunreinigungen der Farbstoffe durch aromatische Amine und Schwermetalle
- Transport von Tattoopigmenten in den Körper: Verteilen von Farbpigmenten im gesamten Körper, dadurch Entzündungen und allergische Reaktionen an Körperstellen, die nicht tätowiert wurden
