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Aktionsplan gegen Allergien: Hoher Forschungsbedarf zur allergieauslösenden Wirkung von eingeatmeten Duftstoffen – Protokoll eines Sachverständigengesprächs im BfR vom 26. Mai 2008 (Quelle: BfR, PDF)

Unverträglichkeitsreaktionen und Allergien haben bei Menschen in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Vor allem Schleimhäute, Atemwege und Haut reagieren sensibel auf natürliche Allergene wie Blütenpollen, Hausstaub, Partikel von Tierhaaren. Allergien können aber auch durch synthetische Substanzen in verbrauchernahen Produkten verursacht werden. Einige Duftstoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln oder in kosmetischen Mitteln sind häufig Auslöser einer Kontaktallergie. Bisher ist das allergene Potenzial von 26 Duftstoffen anerkannt und ihr Einsatz in kosmetischen Mitteln gesetzlich geregelt: Sie müssen auf der Verpackung deklariert sein, wenn ihr Gehalt im Produkt bestimmte Konzentrationen über-schreitet. Solche Informationen helfen dem Verbraucher, Produkte mit kritischen Inhaltsstoffen zu meiden. Die Wirkung von allergenen Duftstoffen bei Kontakt mit der Haut ist gut erforscht. Offen ist bisher, ob sie sensibilisierend wirken und zur Entwicklung allergischer Erkrankungen beitragen können, wenn sie eingeatmet werden. Dabei sind Verbraucher diesen Stoffen immer häufiger ausgesetzt, oft ohne es zu ahnen: Duftstoffe sind in Produkten zur Erfrischung der Raumluft enthalten oder werden eingesetzt, um öffentliche Räume zu beduften. In Kaufhäusern sollen sie beispielsweise verkaufsfördernd wirken. Die verschlüsselten „Duft-Botschaften“ bestehen allerdings aus vielen synthetischen Stoffen, deren allergene Wirkung oft nicht bekannt ist. Auch Kühlschmierstoffe können allergene Duftstoffe enthalten und am Arbeitsplatz zu einer ungewollten Exposition beitragen.
Um die gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher besser einschätzen zu können, fand am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Rahmen des „Aktionsplans gegen Allergien“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ein Sachverständigengespräch statt. Übereinstimmend wurde berichtet, dass bisher noch kein Fall nachgewiesen wurde, der zeigt, dass allein das Einatmen eines allergenen Duftstoffes eine Allergie auslöst. Bei Allergikern kann eine bestehende Symptomatik verstärkt werden, wenn sie allergene Duftstoffe einatmen. Sie haben zudem ein erhöhtes Risiko für Atem-wegssymptome. Aus Sicht der Experten ist es daher besonders wichtig, die Wirkung von Inhaltsstoffen in Sprayprodukten auf die Atemwege zu testen. Zum Schutz der Verbraucher forderten die Experten, darüber zu informieren, wenn öffentliche Räume beduftet werden, und auf den Einsatz hochallergener Duftstoffe zu verzichten.

Webseite: Aktionsplan gegen Allergien: Hoher Forschungsbedarf zur allergieauslösenden Wirkung von eingeatmeten Duftstoffen – Protokoll eines Sachverständigengesprächs im BfR vom 26. Mai 2008 (Quelle: BfR, PDF)


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