Erdnüsse
- Die Auslöser
- Worauf müssen Sie achten?
- Erdnussfreies Kochen
- Ausgewogene Ernährung bei Erdnussallergie
- Vorsicht: "Spuren"
- Allergen-Steckbrief zum Download
Die Auslöser
Die Erdnussallergie kommt vor allem in den USA und Großbritannien vor. Die Hülsenfrucht steht mittlerweile allerdings auch in Deutschland neben der Haselnuss an erster Stelle als Auslöser schwerer und mitunter tödlich verlaufender allergischer Reaktionen (Anaphylaxien).
Die ursprünglich aus Südamerika stammende Erdnuss (Arachis hypogeae) wird zwar umgangssprachlich als Nuss bezeichnet, zählt jedoch aus botanischer Sicht zur Familie der Hülsenfrüchte (wie Bohnen). In Einzelfällen kann es gleichzeitig zu allergischen Reaktionen auf andere Hülsenfrüchte, wie Sojabohnen, Bohnen, Linsen, Guarkern- und Johannisbrotkernmehl oder zu Kreuzallergien mit Walnüssen und Cashewnüssen kommen.
Eine Erdnussallergie tritt bevorzugt im Kindesalter auf und besteht in der Regel lebenslang. Die Allergieauslöser in der Hülsenfrucht wirken ähnlich wie bei der Nussallergie sehr stark, so dass der Verzehr kleinster Mengen oder das Einatmen von Erdnussstäuben ausreichen kann, um Beschwerden auszulösen.
Worauf müssen Sie achten?
Erdnüsse in der Ernährung zu vermeiden, stellt für den Allergiker ein großes Problem dar. Während es relativ einfach ist, auf Erdnüsse in Form von Erdnussflips, gerösteten Erdnüssen, Erdnussbutter und Erdnussöl zu verzichten, stellt die Lebensmittelverarbeitung und die Außer-Haus-Verpflegung ein nicht kalkulierbares Risiko dar.
Achten Sie beispielsweise bei folgenden Produkten auf den Einsatz von Erdnüssen:
- Studentenfutter und Knabbermischungen
- Süßes Brot, Stollen, Nussbrote, Kekse und Kuchen
- Füllungen in Teigwaren wie Ravioli
- Joghurt mit Müsli- oder Nusszusatz
- Käse oder Aufschnitt mit Nüssen
- Fertigsalate
- Vegetarische Aufstriche, Burger oder Bratlinge
- Müsli und Frühstückscerealien
- Nuss-Nougat, Marzipan, Karamellbonbons
- Schokolade, Schokoladenriegel, Pralinen, Müsliriegel
- Speiseeis (Vorsicht in der Eisdiele: Kontamination durch Verwenden gleicher Schüsseln und Bestecke)
Im Rahmen der Allergen-Kennzeichnungsverordnung müssen Erdnussbestandteile immer als solche im Zutatenverzeichnis gekennzeichnet werden. Achten Sie auf die Bezeichnung "Erdnuss…" und auf Begriffe wie Hülsenfrüchte und Leguminosen. Bei loser Ware gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht für Erdnussbestandteile. Daher müssen Sie beim Einkauf von loser Ware oder beim Besuch eines Restaurants das Personal befragen und auf Ihre Erkrankung hinweisen. Achten Sie besonders beim Besuch asiatischer, orientalischer und südamerikanischer Restaurants auf den Einsatz von Erdnüssen.
Erdnussfreies Kochen
Erdnüsse werden nicht nur in der Lebensmittelindustrie vielseitig eingesetzt, auch in der eigenen Küche haben sie in den letzten Jahren durch Erdnussbutter, Erdnussgebäck und Erdnussflips Einzug gehalten. Auch wenn der Geschmack von Erdnüssen nur schwer zu ersetzen ist, können für die Herstellung am "eigenen Herd" Alternativen benutzt werden:
Bei einer reinen Erdnussallergie
- alle Nusssorten, Samen und Kerne
- Mandel- oder Nussmus
- Kokosnuss, -raspel
- Reiskräcker
Ausgewogene Ernährung bei Erdnussallergie
Erdnüsse liefern in erster Linie hochwertiges Eiweiß und pflanzliche Fette, allerdings stellt eine Ernährung ohne Erdnüsse keine Gefahr für die Nährstoffversorgung dar. Der Verzicht auf Knabbereien und Erdnusscreme wirkt sich eher positiv auf die Kalorienzufuhr und das Körpergewicht aus. Wie bei der Nussallergie muss auch bei der Erdnussallergie eine Karenzkost sehr gewissenhaft eingehalten werden. Im Vordergrund der Karenzkost steht nicht die ausgewogene Ernährung, sondern der Umgang mit der Erdnussallergie im Alltag.
Vorsicht: "Spuren"
Hersteller verwenden mitunter in der Kennzeichnung ihrer Produkte die Angabe "Kann Spuren von XYZ (XYZ = Allergen, beispielsweise Erdüsse) enthalten", um Fälle der unbeabsichtigten Kontamination ihrer Produkte mit allergenen Bestandteilen zu erfassen. Diese Angabe ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Sie erfolgt von den Herstellern aus Gründen der Produkthaftung.
Sofern die Angabe "Kann … enthalten" lediglich prophylaktisch verwendet wird, weil etwa geeignete Maßnahmen zur Einschränkung oder sogar Verhinderung von Kreuzkontaminationen die Produktion verteuern würden, ist dem Verbraucherschutz nur bedingt gedient, da eine zunehmende Verwendung dieses Warnhinweises die Wahlmöglichkeit des unter einer Allergie Leidenden weiter einschränkt.
Die Lebensmittelunternehmer haben nämlich, basierend auf Hygieneregelungen und im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht, durch sachgerechte Spülung, getrennte Leitungssysteme und weitere geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass unbeabsichtigte Kontaminationen ihrer Erzeugnisse mit allergenen Bestandteilen verhindert werden.
Allergiker, die hochgradig mit schweren Symptomen auf ihren Auslöser allergisch reagieren, sollten vorsorglich Produkte mit solchen Angaben meiden.
Im Rahmen einer individuellen Ernährungsberatung werden Einkaufsalternativen und Spezialprodukte aufgezeigt und Sicherheit im Umgang mit der Nussallergie im Alltag vermittelt.
Allergen-Steckbrief zum Download
- Die Auslöser
- Worauf müssen Sie achten?
- Erdnussfreies Kochen
- Ausgewogene Ernährung bei Erdnussallergie
- Vorsicht Spuren
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