Navigation und Service

Logo des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Link zur Startseite)


Nüsse

Die Auslöser

Der Begriff "Nuss" wird an dieser Stelle für eine Gruppe von Schalenfrüchten unterschiedlicher Pflanzenfamilien verwendet. Angelehnt an die neue Kennzeichnungsverordnung handelt es sich hierbei um Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse und Queenslandnüsse. Aus allergologischer Sicht sind in Deutschland speziell Haselnüsse und Walnüsse bedeutsam. Kokosnüsse und Muskatnüsse werden in der Regel von Nussallergikern gut vertragen.

Die Erdnuss, botanisch eine Hülsenfrucht, wird in einem eigenen Abschnitt behandelt. Nüsse und Erdnüsse sind häufigste Auslöser schwerster allergischer Reaktionen (Anaphylaktischer Schock) im Kindesalter.

Im Erwachsenenalter treten Nussallergien häufig in Kombination mit einer Birkenpollenallergie auf. In diesem Fall wird von einer pollenassoziierten Lebensmittelallergie oder Kreuzallergie gesprochen.

Die Allergieauslöser in der Nuss sind sehr aggressiv und werden beim Kochen oder Backen nicht zerstört. Beim Verzehr von Nüssen oder nusshaltigen Speisen reichen kleinste Mengen aus, um schwerste allergische Reaktionen hervorzurufen. Aber nicht nur der Verzehr, sondern auch das Einatmen von Nussstäuben (zum Beispiel beim Öffnen einer Lebensmittelverpackung) kann zu allergischen Reaktionen führen.

Die einzige Möglichkeit der Therapie einer Nussallergie ist der vollständige Verzicht auf die jeweils unverträgliche Nuss. Ob aus der Gruppe der Schalenfrüchte alternativ andere Nüsse verzehrt werden können, muss individuell mit dem behandelnden Arzt ermittelt werden.

Worauf müssen Sie achten?

Nüsse in der Ernährung zu meiden, verlangt vom Betroffenen eine genaue Kenntnis über deren Verwendung in verarbeiteten Lebensmitteln. Neben dem Verzicht auf frische und geröstete Varianten als Knabberei oder Snacks, achten Sie bei beispielsweise folgenden Produkten auf den Einsatz von Nüssen:

  • Studentenfutter und Knabbermischungen
  • Süßes Brot, Stollen, Nussbrot, Kekse und Kuchen
  • Füllungen in Teigwaren wie Ravioli
  • Joghurt mit Müsli- oder Nusszusatz
  • Käse oder Aufschnitt mit Nüssen
  • Fertigsalate
  • Vegetarische Aufstriche, Burger oder Bratlinge
  • Müsli und Frühstückscerealien
  • Nuss-Nougat, Marzipan, Karamellbonbons
  • Schokolade, Schokoladenriegel, Pralinen, Müsliriegel
  • Speiseeis (Vorsicht Eisdiele: Kontamination)

Im Rahmen der Allergen-Kennzeichnungsverordnung müssen Nussbestandteile immer als solche im Zutatenverzeichnis gekennzeichnet werden. Achten Sie auf die Bezeichnung "Nuss…" und auf Begriffe wie Marzipan und Nougat.

Bei loser Ware gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht für Nüsse und nusshaltige Speisen. Beim Kauf von nicht abgepackten Lebensmitteln oder beim Besuch eines Restaurants müssen Sie daher das Personal befragen und auf Ihre Erkrankung hinweisen. Achten Sie besonders beim Besuch asiatischer Restaurants auf den Einsatz von Nüssen.

Nussfreies Kochen

Nüsse werden nicht nur in der Lebensmittelindustrie vielseitig eingesetzt, sondern sind auch in der eigenen Küche beliebte Zutaten für Kuchen und Kekse. Auch wenn der Geschmack von Nüssen nur schwer zu ersetzen ist, können für die Herstellung am „eigenen Herd” Alternativen benutzt werden:

  • Kokosnuss, -raspel und -milch
  • in der Pfanne angerösteter Sesam
  • Amarant oder Quinoa
  • Sonnenblumen- und Kürbiskerne

Nicht alle Betroffenen reagieren gleich, so dass teilweise andere Nusssorten verträglich sein können (hierzu befragen Sie Ihren Arzt).

Ausgewogene Ernährung bei Nussallergie

Nüsse liefern hochwertiges Eiweiß, gut verwertbare Fette und Vitamin E. Im Volksmund werden sie aufgrund der hochwertigen Inhaltsstoffe auch als Nervennahrung bezeichnet. Beim Verzicht auf Nüsse ist allerdings keine Unterversorgung mit diesen Nährstoffen zu befürchten. Gute Alternativen bieten Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Amarant und Sesam. Bei keinem anderen Allergieauslöser ist eine individuelle Ernährungsberatung so wichtig wie bei der Nussallergie. Im Vordergrund steht nicht die ausgewogene Ernährung, sondern der Umgang mit der Nussallergie im Alltag.

Vorsicht: "Spuren"

Hersteller verwenden mitunter in der Kennzeichnung ihrer Produkte die Angabe "Kann Spuren von XYZ (XYZ = Allergen, beispielsweise Nüsse) enthalten", um Fälle der unbeabsichtigten Kontamination ihrer Produkte mit allergenen Bestandteilen zu erfassen. Diese Angabe ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Sie erfolgt von den Herstellern aus Gründen der Produkthaftung.

Sofern die Angabe "Kann … enthalten" lediglich prophylaktisch verwendet wird, weil etwa geeignete Maßnahmen zur Einschränkung oder sogar Verhinderung von Kreuzkontaminationen die Produktion verteuern würden, ist dem Verbraucherschutz nur bedingt gedient, da eine zunehmende Verwendung dieses Warnhinweises die Wahlmöglichkeit des unter einer Allergie Leidenden weiter einschränkt.

Die Lebensmittelunternehmer haben nämlich, basierend auf Hygieneregelungen und im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht, durch sachgerechte Spülung, getrennte Leitungssysteme und weitere geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass unbeabsichtigte Kontaminationen ihrer Erzeugnisse mit allergenen Bestandteilen verhindert werden.

Allergiker, die hochgradig mit schweren Symptomen auf ihren Auslöser allergisch reagieren, sollten vorsorglich Produkte mit solchen Angaben meiden. Vorsicht ist aber beispielsweise auch beim Kauf von Speiseeis in einer Eisdiele geboten. Eine Kontamination durch Nussspuren an den Gefäßen und sonstigen Utensilien ist dort kaum zu vermeiden.

Im Rahmen einer individuellen Ernährungsberatung werden Einkaufsalternativen und Spezialprodukte aufgezeigt und Sicherheit im Umgang mit der Nussallergie im Alltag vermittelt.

Allergen-Steckbrief zum Download

  • Die Auslöser
  • Worauf müssen Sie achten?
  • Nussfreies Kochen
  • Ausgewogene Ernährung bei Nussallergie
  • Vorsicht Spuren

PDF-Icon

Download

Weitere Informationen auf den Seiten anderer Anbieter

Informationen zur Anaphylaxie auf den Seiten anderer Anbieter

Informationen zur Ernährungsberatung und Beraterverzeichnisse auf den Seiten anderer Anbieter

Informationen zur Kennzeichnung auf den Seiten anderer Anbieter

Literatur

Weitere Hauptallergene


Diese Seite:

© BVL - 2012