Handlungsschwerpunkt 2: "Schönheit und Pflege"
Vermeidung von Kontaktallergien durch Pflegeprodukte
Situation
Kosmetische Mittel werden praktisch von der gesamten Bevölkerung genutzt. Kosmetika werden entweder wieder vom Körper abgespült (z.B. Shampoos, Duschbäder oder Seifen) oder verbleiben auf der Haut (z.B. Bodylotions oder Cremes).
Einige allergene Duftstoffe dürfen in Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmitteln nicht oder nur eingeschränkt verwendet werden. Seit 2005 ist für 26 Duftstoffe mit teilweise hohem allergenen Potenzial ab einer bestimmten Konzentration eine gesonderte Kennzeichnungspflicht vorgesehen. Damit diese Stoffe beim Einkauf durch eine entsprechende Produktauswahl vermieden werden können, ist jedoch eine unterstützende Aufklärung zu den Kennzeichnungsregelungen erforderlich.
Darüber hinaus findet auf europäischer Ebene derzeit eine gesundheitliche Bewertung von Stoffen in Haarfarben statt, deren Ergebnisse in weitere Maßnahmen einbezogen werden sollen.
Schmuck- und Schminktätowierungen (auch Tattoos und Permanent Make-up) erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in Teilen der Bevölkerung. Beim Tätowieren werden Farbmittel in oder unter die Haut eingebracht. Dort können Farbstoffe oder ihre Zerfallsprodukte allergische Reaktionen und andere Hauterkrankungen auslösen.
Ziel
Vermeidung allergischer Reaktionen durch Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Tätowiermittel durch breite Aufklärung und die Verwendung weniger allergisierender Stoffe in diesen Produkten.
Maßnahmen
- Gespräche mit Wirtschafts-, Verbraucher- und Fachverbänden über die Ausweitung von Angeboten an Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmitteln, die keine oder keine sensibilisierenden Duftstoffe enthalten, und über die Verbesserung der Information (z.B. über eine Produktliste).
- Verbesserung der Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher über die Kennzeichnung von allergenen Stoffen bei Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmitteln.
- Verbot der Verwendung von problematischen Stoffen, u.a. mit einem besonderen Allergierisiko, in Tätowiermittel (Tätowiermittelverordnung).
