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Probiotika

Schon seit längerem ist bekannt, dass Kinder mit einer (Lebensmittel-)Allergie eine weniger gut und weniger vielfältig besiedelte Darmflora haben als gesunde Kinder. Insofern liegt die Idee nicht fern, lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und dadurch positive gesundheitliche Wirkungen erzielen (Probiotika = milchsäurebildende Bakterien) zur Vorbeugung von Allergien einzusetzen. Dabei hofft man, dass Probiotika das Immunsystem so stimulieren, dass Allergien eventuell gar nicht erst entstehen.

In der Praxis gibt es dazu bislang nur eine einzige Studie, die den höchsten wissenschaftlichen Standards entspricht. Dabei zeigte sich: Nahmen Mütter in den letzten vier Wochen der Schwangerschaft und das Kind in den ersten sechs Lebensmonaten bestimmte Probiotika (Laktobazillen) ein, so erkrankten im Vergleich zur Kontrollgruppe nur halb so viele Kinder an einer atopischen Dermatitis. Keine Unterschiede zeigten sich bei anderen Allergien.

Insgesamt reichen die bislang vorliegenden Forschungsergebnisse nicht aus, um den Einsatz von Probiotika zur Allergieprävention zu empfehlen. So weiß man weder genau, welche Bakterien für was am besten zu nutzen wären, noch kennt man die optimale Dosierung oder den besten Zeitpunkt zur Behandlung. Auch ob diese Mittel zur Therapie von Allergien geeignet sind, ist noch offen. Keine Wirkung jedenfalls darf man sich von probiotischen Produkten wie Joghurtdrinks versprechen, die man in den Kühlregalen von Supermärkten findet. Diese enthalten zu wenig wirksame Bakterien. Und für Säuglinge sind sie definitiv nicht geeignet.


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