Allergene in Kleidung und Schmuck

In einem Kleidungsstück steckt viel mehr als nur die Faser allein: Rund 9.000 Tonnen Farbe und 75.000 Tonnen chemische Hilfsmittel setzt die Textilindustrie pro Jahr in Deutschland ein, um unsere Anziehsachen schöner und funktioneller zu machen. Allein 30.000 Tonnen Hilfsmittel blieben 2006 im Endprodukt enthalten. Oft sind es so genannte "Vernetzer", die Kleidung "bügelleicht" oder "knitterarm" machen sollen, von denen bis zu acht Prozent des Gewichts des Kleidungsstücks im Endprodukt erhalten bleiben können.
Juckt oder scheuert ein Kleidungsstück, ist das meist ein mechanischer Effekt – der kratzende Wollpulli und die anschließend gerötete Haut haben dann mit einer Allergie nichts zu tun. Stoffe wie Baumwolle, Synthetik oder Leinen bestehen aus großen komplexen Polymeren, die nicht in die Haut eindringen können. Nur in etwa ein bis zwei Prozent der Fälle lassen sich echte Allergien auf Textilien zurückführen.
Probleme (wenn überhaupt) machen fast nur Faserzusätze oder chemische Hilfsmittel, mit denen die Textilien im Laufe des Herstellungsprozesses bearbeitet oder ausgestattet wurden. Farbstoffe sind die häufigsten Auslöser von textilbedingten Kontaktallergien des Spättyps.
Auch Verschlüsse oder Knöpfe können Allergien hervorrufen, nach wie vor ist das viel gescholtene Nickel der häufigste Auslöser. Körperwärme und Schweiß können kritischen Substanzen aus den Kleidungstücken herauslösen und Unverträglichkeitsreaktionen beschleunigen.

