Aktionsprogramme gegen Ambrosia: Maßnahmen gegen die allergene Pflanze
Editorial

Sommerzeit – Ambrosiazeit: In diesen Tagen beginnt wieder die Blütezeit der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die auch beifußblättriges Traubenkraut genannt wird. Die Pollen dieser ursprünglich aus Nordamerika stammenden Pflanze (in Kanada und in den USA "Ragweed" genannt) sind sehr starke Allergieauslöser. Im Zuge der Klimaerwärmung breitet sich die Pflanze zunehmend in nördlichere Breiten Europas aus – in wärmeren europäischen Ländern stellt sie bereits ein Problem dar. Auch in Deutschland nehmen die Bestände der Beifuß-Ambrosie in jüngerer Zeit zu.
Ein Handlungsschwerpunkt des Aktionsplanes gegen Allergien des BMELV widmet sich daher der Erarbeitung eines Maßnahmenprogramms gegen die Einschleppung und Ausbreitung dieser Pflanze. In den letzten Jahren haben Bund und Länder hierüber mit Experten in Arbeitsgruppen beraten mit dem Ziel, Konzepte und Maßnahmen zu erarbeiten, die geeignet sind, den aktuellen Ambrosia-Bestand in Deutschland zurückzudrängen und die Ausbreitung der Art zu verhindern. Dies ist eine komplexe Aufgabe: Das Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig koordiniert in Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen das Aktionsprogramm Ambrosia. Das Programm zielt insbesondere darauf ab, die Erfassung der bisher vorkommenden Bestände von Ambrosia zu bündeln, Hinweise zur Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen zu entwickeln und Öffentlichkeitsarbeit zur Information zu betreiben. Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt durch Länder und Kommunen. Zudem ist die Beifuß-Ambrosie auf privaten und öffentlichen Flächen, in Gärten, an Straßenrändern und auf Äckern so weit verbreitet, dass die Suche nach den Pflanzen und deren Entfernung nur unter Mitwirkung einer breiten Öffentlichkeit gelingen kann.
Durch Eingabe von Fundmeldungen auf der Website des JKI können Bürger mithelfen, den Verbreitungsgrad der Pflanze in Deutschland besser zu dokumentieren. Im Julius Kühn-Institut treffen sich zudem regelmäßig Biologen, Pflanzenschützer, Mediziner und Meteorologen im Rahmen der "Interdisziplinären Arbeitsgruppe Ambrosia". Nach Einschätzung dieser Arbeitsgruppe ist es in Deutschland noch nicht zu spät, gegen die weitere Ausbreitung der allergenen Pflanze vorzugehen.
Verschiedene Initiativen und Forschungsprogramme setzen sich deutschlandweit, aber auch auf europäischer und internationaler Ebene dafür ein, die Ausbreitung von Ambrosia zu verhindern. Beispiele dazu finden Sie hier.
Noch ist nicht geklärt, ob eine großflächige Etablierung von Ambrosia artemisiifolia in Deutschland zu verhindern ist. Eine erfolgreiche Bekämpfung der Art ist jedoch nur in dieser frühen Phase möglich. Hierzu ist weiterhin die aktive Unterstützung möglichst vieler notwendig.

Dr. rer. nat. Uwe Starfinger
Julius Kühn-Institut (JKI)


