Ein Detektivspiel: Diagnose von Lebensmittelallergien
Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung einer Lebensmittelallergie ist eine eindeutige und seriöse Diagnose. Wie bei anderen Allergien auch, gilt es, die Ergebnisse der Haut- und Blutuntersuchungen ins rechte Licht zu rücken. Die wichtigsten Schritte, um heraus zu finden, ob eine Lebensmittelallergie wirklich für die aktuellen Beschwerden verantwortlich ist, sind die Anamnese – begleitet von einem Ernährungs-Symptom-Tagebuch – und verschiedene diätetischen Verfahren.
Anamnese
Im Rahmen eines ausführlichen Patienten-Arzt-Gesprächs wird ermittelt, wann, wo und wie die Symptome erstmalig auftraten. Um die Diagnose zu unterstützen, schreibt der Patient ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch. Dieses Tagebuch dient der Aufzeichnung der verzehrten Lebens- und Genussmittel im Tagesverlauf und der nach dem Verzehr aufgetretenen Beschwerden.
Auch eingenommene Medikamente, besondere Ereignisse wie körperliche Anstrengung und Stress sollten im Tagebuch vermerkt werden. Die Auswertung eines genau geführten Ernährungs-Symptom-Tagebuchs kann wichtige Hinweise zur Aufdeckung einer Lebensmittelallergie liefern. Auf der Basis dieser Voruntersuchung und Aufzeichnungen folgen die klassischen Allergietests an der Haut oder/und im Blut. Weitere Informatioenn dazu finden Sie im Artikel "Diagnose von Allergien".
Diätetische Verfahren
Ein positiver Allergietest bei Blutuntersuchungen und/oder Hauttestungen geben dem Arzt und dem Patienten immer nur einen Hinweis auf den Auslöser. Im nächsten Schritt muss die so genannte klinische Relevanz überprüft werden, also ob der potenzielle Auslöser tatsächlich für die aktuellen Beschwerden verantwortlich ist. Dies geschieht bei Verdacht auf Lebensmittelallergien mit Hilfe verschiedener diagnostischer Diäten. Darunter versteht man eine Eliminationsdiät, bei der über einen Zeitraum von 1 bis maximal 4 Wochen Lebensmittel, die als Allergieauslöser in Verdacht stehen, aus der Ernährung weggelassen werden. Bessern sich dadurch die Beschwerden und verschlechtern sie sich nach anschließender Wiedereinführung der Lebensmittel (Provokation), kann dies als Beweis für deren Allergenität gewertet werden. Eine längerfristige Ernährungsumstellung ist erst nach eindeutiger Feststellung des Allergens gerechtfertigt. Von strikten Diäten aufgrund von alleinigen Blut- und/oder Hautuntersuchungen ist dringend abzuraten. Diese führen nur zu einer unnötigen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen und nicht zuletzt möglicherweise zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen.
Die diagnostischen Diäten werden durch den Arzt und eine allergologisch spezialisierte Ernährungsfachkraft begleitet oder finden stationär in einer Fachklinik statt.
