"Rinse-Off" und "Leave-On": Auch die Anwendung von Pflegeprodukten entscheidet über eine mögliche Sensibilisierung
Ob ein Pflegeprodukt sensibilisierend wirkt, hängt nicht nur von den Inhaltstoffen ab, sondern auch von der Art und Dauer der Anwendung. Die Einwirkzeit wird bei Tests der Hautverträglichkeit berücksichtigt. Einige Produkte werden sofort nach der Anwendung abgewaschen ("Rinse-Off"), andere sollen länger auf der Haut verbleiben und dort wirken ("Leave-On").
- Körperreinigungsmittel
- Pflegemittel
- Deodorant
- Sonnenschutzmittel
- Make-up
- Haarfärbe- und Tönungsmittel
- Parfüm
Körperreinigungsmittel
Reinigungsmittel treten mit der Haut in der Regel höchstens ein paar Minuten in Kontakt. Sie lösen Verunreinigungen und Fett und werden mit Wasser wieder abgespült. Durch die kurze Einwirkzeit der Inhaltsstoffe besteht ein eher geringes Risiko für die Entstehung von Allergien. Bleiben die Mittel länger als vorgesehen auf der Haut, steigt das Risiko für Unverträglichkeitsreaktionen.
Pflegemittel
Pflegemittel wie Gesichtcremes oder Körperlotionen sind über viele Stunden hinweg in Kontakt mit der Haut Sie dringen in die Haut ein. Ihre Hautverträglichkeit wird daher von den Herstellern intensiven Tests unterzogen. Einzelne Duft- oder Konservierungsstoffe können trotzdem beispielsweise Kontaktallergien auslösen.
Deodorant
Unter den parfümierten Kosmetika zählen Deos zu den Produkten, die am ehesten zu einer allergischen Reaktion führen. Ursache sind hier vor allem die Duftstoffe. Wird der Deo – wie üblich – nach dem Reinigen aufgetragen, ist die Haut besonders ungeschützt: Seifen und andere Reinigungsmittel zerstören vorübergehend die natürliche Schutzschicht der Haut, eine Sensibilisierung auf bestimmte Kontaktstoffe kann so leichter erfolgen.
Sonnenschutzmittel
Ohne Frage: Sonnenschutzmittel sind wichtig! Allerdings können sie bei empfindlichen Menschen in einigen Fällen so genannte photoallergische Reaktionen auslösen. Auslöser sind unter anderem chemische Lichtschutzfilter, die durch UV-Strahlung verändert werden und in dieser veränderten Form eine Kontaktallergie bedingen können. Auch Konservierungsstoffe oder Duftstoffe in Sonnenschutzprodukten können eine Allergie auslösen.
Make-up
Ob Wimperntusche, Lippenstift oder Puder – solche Verschönerungsprodukte sollen natürlich besonders lange am Ort ihrer Bestimmung bleiben, wenngleich ihre Inhaltsstoffe kaum in die Haut eindringen. Lippenstifte aber zum Beispiel enthalten fast immer Duftstoffe und Farbstoffe. Trotzdem sind allergische Reaktionen selten.
Haarfärbe- und Tönungsmittel
Mittel, mit denen die Haare gefärbt werden können, brechen die chemische Struktur der Haare auf und lagern sich im Haar ein. Die Wirkstoffe dieser Mittel sind daher sehr aggressiv und kommen – das lässt sich kaum verhindern – auch mit der Kopfhaut in Kontakt. Einzelne Bestandteile von Haarfärbemitteln haben ein hohes sensibilisierendes Potenzial; Kontaktallergien sind relativ häufig. Tönungen enthalten andere Färbemittel und sind weniger häufig allergen.
Parfüm
Duftstoffe sind eigentlich das, was ein Parfüm ausmacht – und dazu gedacht, möglichst lange auf der Haut ihre schmeichelnde Wirkung zu zeigen. In Bezug auf Allergien jedoch gelten Duftstoffe als besonders kritisch: Sie sind die häufigste Ursache für eine durch Kosmetik bedingte Kontaktallergie. Vor allem die Duftnoten Eichenmoos und Isoeugenol gelten als hoch potente Allergene. Wie eine vom Umweltbundesamt herausgegebene Studie zeigte, ist der Anteil an Allergie auslösenden Duftstoffen vor allem in teuren Parfüms hoch. Billige Parfüms sollen diesbezüglich weniger Probleme machen.
