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Naturkosmetik als Alternative bei Allergien?

Viele Verbraucher, die Naturkosmetik kaufen, glauben damit auch besonders gesunde, reine und gut verträgliche Produkte zu kaufen: Alle Substanzen sind nach Möglichkeit pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs, synthetische oder chemisch modifizierte Rohstoffe hat man verbannt. Das klingt gut – ist es aber nicht unbedingt.

Viele der natürlichen Inhaltsstoffe können eine ganze Reihe unerwünschter Wirkungen haben. Zudem ist ein natürlicher Rohstoff selten so rein wie ein synthetisch hergestellter: Er enthält Begleitstoffe, die nicht auf dem Produkt gekennzeichnet werden müssen – wohl aber eine allergische Reaktion auslösen können. Grundsätzlich gilt: Eine Reihe von Naturstoffen, die in Kosmetika eingesetzt werden, kann bei Menschen eine Sensibilisierung oder eine allergische Reaktion hervorrufen.

Naturstoffe, die ein relativ hohes allergenes Potenzial haben:

  • Perubalsam-Inhaltsstoffe

    Perubalsam zählt nach Angaben des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) in Deutschland zu den wichtigsten Allergenen. Perubalsam wird aus dem Harz des südamerikanischen Baumes Myroxylon pereirae (Balsambaum) gewonnen und riecht leicht nach Vanille. Perubalsam enthält verschiedene Duftkomponenten wie beispielsweise Isoeugenol, Eugenol, Zimtaldehyd, Vanillin und Benzylalkohol. Laut der europäischen Kosmetik-Gesetzgebung darf Perubalsam als Duftinhaltsstoff inzwischen nicht mehr verwendet werden.

  • Duftstoffe wie Eichenmoos, Baummoos, Isoeugenol und Zimtaldehyd (beispielsweise in Hyazinthenöl, Zimtblattöl, Cassiaöl, Lavendelöl, Weintraubenöl, Teeblätteröl)
  • Kolophonium

    Kolophonium (Geigenharz) wird aus dem Baumharz von kieferartigen Nadelholzgewächsen (Koniferen) gewonnen und fällt bei der Zellstoff-Herstellung in großen Mengen an. Kolophonium ist ein komplexes Gemisch verschiedener Substanzen, dessen Hauptbestandteile unterschiedliche Harzsäuren sind. Kolophonium gilt als häufiges Allergen, das in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen hat. Allergietests der IVDK-Kliniken zufolge weisen fast fünf Prozent der Patienten eine Sensibilisierung für Kolophonium auf.

  • Teebaumöl

    Unverdünnt ist Teebaumöl ein reines Naturprodukt, das aus dem australischen Teebaum gewonnen wird. Es enthält verschiedene Terpene und aromatische Kohlenwasserstoffe. Die Verwendung von Teebaumöl hat in den letzten Jahren stark zugenommen – so aber auch die Zahl der Berichte über Teebaumöl-Allergien. Vor allem alte und unsachgemäß gelagerte Produkte haben ein hohes sensibilisierendes Potenzial, da besonders durch den Sauerstoff in der Luft kritische Substanzen entstehen. Wird das Öl verdünnt aufgetragen, kann das Risiko einer Sensibilisierung vermieden werden.

  • Propolis

    Propolis ("Bienenharz", "Bienenkitt", "Bienenleim") ist ein harzartiges, aromatisch riechendes Naturprodukt, das Bienen als Kleb-, Dicht- und Balsamiermasse verwenden. Hauptbestandteil ist der klebrige Belag von Baumknospen von Pappeln, Birken und anderen. Weil Propolis gut gegen Bakterien, Viren und Pilze wirken soll und ihm zudem eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen wird, findet man es oft in Naturheilmitteln, aber auch in Kosmetika wie Cremes und Lotionen, Lippenstift, Zahnpasta oder Mundwasser. Kontaktekzeme, die durch Propolis verursacht werden, sind nicht selten. Menschen, die empfindlich auf Propolis reagieren, sind oft auch für Perubalsam sensibilisiert und umgekehrt.

  • Arnika
  • Kamille
  • Schafgarbe
  • Kampfer
  • Menthol

Eine umfassende Übersicht findet sich in dem Buch "Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Kontaktallergene.".


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