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Häufig gestellte Fragen und Antworten

Hier kommen Sie zu den Übersichten der häufig gestellten Fragen und Antworten:

Fragen und Antworten: Bereich Schönheit & Pflege

Ich möchte mich gern tätowieren lassen – welche Risiken gibt es?

In Deutschland ist zum 1. Mai 2009 die Tätowiermittelverordnung (TätMVO) in Kraft getreten. Diese reguliert die Verwendung von Stoffen, an deren gesundheitlicher Unbedenklichkeit Zweifel bestehen – beispielsweise von Azo-Farbstoffen und para-Phenylendiamin (PPD). Darüber hinaus wird mit den Kennzeichnungsvorschriften der neuen Tätowiermittelverordnung sichergestellt, dass alle Inhaltsstoffe eines Tätowiermittels angegeben werden. Bei einer bekannten Allergie gegen einen Inhaltsstoff sollte der Kunde also unbedingt auf das Tätowiermittel verzichten.

Neben dem Risiko einer allergischen Reaktion gibt es weitere gesundheitliche Risiken, wie mögliche Infektionen oder Entzündungen durch eine unsterile Arbeitsweise. Auch kann es zu Narbenbildungen der Haut und zu Pigmentstörungen kommen. Tätowieren lassen sollte man sich nur nach sorgfältiger Abwägung.

In zahlreichen Kosmetika wird Paraffin eingesetzt. Wozu ist dieser Stoff gut und gibt es Bedenken gegen seine Verwendung?

Paraffin (INCI-Bezeichnung: Paraffin, Paraffinum Liquidum) wird überwiegend aus Erdöl destilliert, aber auch aus Braunkohle (Synthesegas) hergestellt. Es wird in der Kosmetikindustrie als Fettbestandteil in Cremes eingesetzt, da es die Haut weich macht und sie vor Wasserverlust schützt. Da Paraffin vergleichsweise preiswert herzustellen und lange haltbar ist, wird es als leicht schmelzender Fettbestandteil in vielen Cremes und Salben eingesetzt. Abhängig von der Kettenlänge der Kohlenwasserstoffmoleküle ist Paraffin bei Zimmertemperatur eher fest oder flüssig. Vaseline zum Beispiel ist hoch gereinigtes langkettiges Paraffin.

Nach Angaben von Dermatologen und Kosmetikchemikern ist vom Einsatz von Paraffin kein schädigender Effekt zu erwarten. Als Allergen ist Paraffin nicht in Erscheinung getreten, zumal es nicht wasserlöslich und kein eiweißähnlicher Stoff ist, womit ihm wesentliche Struktureigenschaften eines typischen Kontaktallergens fehlen. Eventuelle allergische Reaktionen nach der Verwendung paraffinhaltiger Kosmetika sind demnach auf weitere Inhaltsstoffe (zum Beispiel Duftstoffe) beziehungssweise Verunreinigungen zurückzuführen, nicht auf das Paraffin selbst.

Naturkosmetikfirmen verzichten häufig auf Paraffin als Inhaltsstoff mit dem Argument, es lege sich wie ein undurchdringlicher Film auf die Haut und hindere sie am Atmen. Diese Einschätzung bezieht sich aber nicht auf ein allergenes Potential, sondern wird mit der Ablehnung der "Erdölchemie" begründet.

Muss ich als Allergiker auf Parfüm und parfümierte Kosmetikprodukte verzichten?

Als Duftstoffallergiker sollten Sie natürlich all jene Produkte meiden, in denen Duftstoffe sind, von denen Sie wissen (beispielsweise durch einen Allergietest), dass sie darauf allergisch reagieren. Leiden Sie jedoch zum Bespiel an Heuschnupfen oder an einer Insektenstichallergie, schaden Ihnen parfümierte Kosmetika in der Regel nicht. Allerdings zählen bestimmte Duftstoffe zu den potentesten Allergenen überhaupt; bei andauerndem Kontakt können sie zu Sensibilisierungen führen.

Für Menschen, die zu Kontaktallergien neigen, ist es daher durchaus sinnvoll, unparfümierte Produkte zu kaufen. Sie müssen bei der Kennzeichnung nur darauf achten, dass die Kosmetika tatsächlich "ohne Parfüm" oder "parfümfrei" sind.

Begriffe wie "duftfrei" oder "duftneutral" deuten eher darauf hin, dass ein Duftstoff eingesetzt wurde, um einen anderen, unangenehmen Geruch zu überdecken.

Schützt mich der Hinweis "hypoallergen" vor möglicherweise gefährlichen Inhaltsstoffen?

Da der Begriff "hypoallergen" rechtlich nicht geschützt ist, dient eine solche Kennzeichnung im Grunde nur zur Orientierung. So stecken in hypoallergenen Produkten oft keine Konservierungs-, Farb- oder Duftstoffe. Eine Unbedenklichkeitsgarantie ist das aber nicht.

Tipp: Wenn Sie eine vom Arzt diagnostizierte Sensibilisierungen gegen bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetika haben, werfen Sie immer einen Blick auf die "Zutatenliste" und vergleichen Sie die Angaben mit den in Ihrem Allergiepass genannten Stoffen. Sobald Sie sich mit kosmetischen Inhaltsstoffen etwas auskennen, lernen Sie, das allergene Potenzial eines Produkts für sich einzuschätzen.

Manche Hersteller von Haarfärbemitteln empfehlen, das Mittel vor Anwendung 48 Stunden lang auf der Haut zu testen. Hautärzte raten davon in der Regel ab. Woran soll ich mich halten?

Folgen Sie dem Rat der Hautärzte und testen Sie die Färbemittel nicht! Sie enthalten oft relativ aggressive Substanzen, die insbesondere bei längerem Kontakt Allergien auslösen können und deshalb – wenn überhaupt – nur möglichst kurz auf der Haut bleiben sollten. Wichtig ist auch, die maximale Einwirkzeit der Färbemittel nicht zu überschreiten. Zum Schutz der Hände nutzen Sie am besten die beigefügten Handschuhe.

Ich vertrage viele Pflegeprodukte nicht. Soll ich Pflegeprodukte für Kinder nehmen?

Bei Shampoos und Seifen kann das durchaus eine Möglichkeit sein: Diese enthalten oft weniger Inhaltsstoffe, die obendrein noch milder sind. Bei Gesichtscreme und ähnlichen Pflegeprodukten hingegen wird es schwieriger. Sie sind auf die Bedürfnisse einer Kinderhaut abgestimmt und enthalten oft relativ viel Fett. Die Haut eines Erwachsenen, die eher Feuchtigkeit braucht, kann darauf mit Irritationen reagieren – und zum Beispiel rote Pusteln bilden.

Immer wenn ich eine Tagescreme im Gesicht auftrage, schwellen meine Augenlider an. Wie finde ich heraus, gegen welchen Inhaltsstoff ich allergisch bin?

Wichtig ist erst einmal: Es muss sich bei Ihnen nicht um eine echte Allergie handeln. Die Symptome können auch durch eine Irritation oder eine Pseudoallergie hervorgerufen werden. Vielleicht reagieren Sie empfindlich auf bestimmte Konservierungsstoffe, einen gängigen Creme-Hilfsstoff oder den Lichtschutzfilter. Haben Sie bereits verschiedene Fabrikate durchprobiert? Für eine Klärung sollte frühzeitig ein allergologisch geschulter Arzt einbezogen werden.

Ich habe zwar keine Allergie, überlege aber, sicherheitshalber nur Kosmetik ohne Duft- und Konservierungsstoffe zu verwenden. Ist das eine gute Idee?

Zumindest der Verzicht auf Duftstoffe kann Vorteile haben: Zum einen schützt man sich so vor möglichen Sensibilisierungen oder Hautreizungen (irritativ-toxische Reaktionen durch Kontakt mit einen Reizstoff). Zum anderen verhindert man, dass sich Duftstoffe im Körper anreichern – was sie zum Teil tun. Allerdings gibt es keine Daten über Langzeitwirkungen von Duftstoffen: Auf sie zu verzichten, ist für unempfindliche Menschen ohne Allergie eine Vorsichtsmaßnahme ins Blaue hinein.

Etwas anders verhält es sich mit Konservierungsstoffen: Diese können zwar auch bei gesunden Menschen Sensibilisierungen oder Hautirritationen hervorrufen. Doch sie sorgen dafür, dass sich in Kosmetika keine Bakterien oder Pilze ausbreiten, die ihrerseits wieder Schaden anrichten können. Wer auf Konservierungsstoffe verzichten will, sollte die entsprechenden Produkte kühl aufbewahren, zügig aufbrauchen und wegwerfen, sobald sich Veränderungen in Konsistenz oder Geruch zeigen. Die Gefahr, seiner Hautgesundheit durch verdorbene Kosmetik zu schaden, wird sonst größer als das Risiko, das von Konservierungsmitteln an sich ausgeht.

Wie kann ich als Laie ein allergisches Kontaktekzem von einer Hautirritation unterscheiden?

Beides sind Abwehrreaktionen der Haut, die sich durch die Bildung von Ekzemen äußern. Dabei sind die Symptome des so genannten irritativ-toxischen Kontaktekzems denen des allergisch bedingten Ekzems ähnlich: Es zählen dazu Juckreiz, Rötungen und Schwellungen, die Haut kann rau und schuppig werden, es können sich Bläschen, Knötchen und Krusten bilden. Im Unterschied zum irritativ-toxischen Ekzem, das schon beim ersten Kontakt mit einer Substanz entstehen kann, muss der allergischen Reaktion eine Sensibilisierung vorausgegangen sein.

Allerdings läuft diese vom Menschen unbemerkt ab. Zur Unterscheidung zwischen Kontaktekzemen hilft daher am ehesten die Reaktionszeit: Ein irritativ-toxisches Ekzem entsteht in der Regel sehr rasch nach dem Kontakt mit dem "inakzeptablen" Stoff. Allergische Kontaktekzeme hingegen gehören zu den Spättyp-Allergien: Hier wird die Reaktion des Körpers erst nach zwei bis drei Tagen sichtbar. Letztlich kommt die Wahrheit aber nur durch einen Allergietest (Epikutantest) heraus, denn beide Ekzemformen sehen sich oft sehr ähnlich. Nur wenn sich zusätzlich zur Rötung auch kleine Bläschen (wie beim Herpes) bilden, dann liegt sehr wahrscheinlich eine Allergie vor.

Wie finde ich gut verträgliche Naturkosmetik?

Hersteller von Naturkosmetik werben damit, für ihre Produkte gut bekannte Rohstoffe aus der Natur zu verwenden. Das heißt nicht, dass man diese Stoffe dann unbedingt besser verträgt. Immerhin ist die Liste der Inhaltsstoffe in der Regel etwas kürzer und weniger schwer zu verstehen, als bei herkömmlichen Produkten. Pflanzenextrakte können jedoch sehr viele verschiedene chemische Moleküle enthalten. Sollten Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, ist es eventuell aufgrund der Vielzahl der in den Pflanzen enthaltenen Inhaltsstoffe nicht leichter, den "Übeltäter" zu identifizieren. So bleibt nur: Durchprobieren!

Ist eine (Online-) Apotheke verpflichtet, eine angebrochene Gesichtscreme wegen Unverträglichkeit zurückzunehmen? Welche Rechte habe ich als Verbraucherin?

Sie haben keinen Anspruch darauf, das Produkt aufgrund einer persönlichen Unverträglichkeit zurückzugeben bzw. den Kaufpreis erstattet zu bekommen.

Um Ihren Verdacht, dass das kosmetische Mittel eine unerwünschte Nebenwirkung bei Ihnen ausgelöst hat und möglicherweise Ursache für eine Kontaktallergie ist, bestätigen zu lassen und die allergieauslösende Substanz in Zukunft meiden zu können, sollten Sie einen Dermatologen oder einen Allergologen aufsuchen. Nehmen Sie unbedingt das betreffende Produkt zum Arztbesuch mit. Steht das entsprechende Produkt als Auslöser für Ihre Beschwerden fest, kann der Arzt den Hersteller bitten, die darin enthaltenen Einzelsubstanzen in testfähigen Konzentrationen zur Verfügung zu stellen.

Hersteller müssen laut Paragraph 5b der Kosmetik-Verordnung die gemeldeten unerwünschten Nebenwirkungen dokumentieren und Betroffenen dazu und auch zu Informationen über relevante Bestandteile Zugang gewähren.

Kontaktadressen der Firmen finden sich auf den kosmetischen Produkten oder auf unten angegebener Internetseite. Möglicherweise ist der Hersteller bei einer nachgewiesenen Unverträglichkeit zu einem Entgegenkommen auf Kulanzebene bereit.

Kann das Tragen einer Zahnspange zu Hautausschlag führen?

Wenn für die Zahnspange Nickellegierungen verwendet wurden, ist es möglich, dass diese ein allergisches Ekzem auslösen. Wenn Sie eine vom Arzt diagnostizierte Nickelallergie haben oder den Kontakt mit Nickel vorbeugend vermeiden wollen, sprechen Sie mit Ihrem Kieferorthopäden, bevor Sie die Spange anpassen lassen. Es gibt nickelfreie Alternativen – beispielsweise aus Keramik, rostfreiem Edelstahl oder speziellen Titan-Legierungen, die verwendet werden können.

Entstehen Hautausschläge, nachdem eine (feste) Zahnspange bereits angepasst wurde, ist es unter Umständen erforderlich, die alte Spange oder Teile davon zu ersetzen.

Viele Duftstoffe in Kosmetika werden immer noch mit dem Begriff "Parfüm" oder "Fragrance" gekennzeichnet. Wie erfahre ich, welche Stoffe sich dahinter verbergen?

Der erste und einfachste Schritt ist, den Produkthersteller anzurufen – mit der Bitte, eine namentliche Auflistung der enthaltenen Duftstoffe beziehungsweise Einzelsubstanzen zu bekommen. Allerdings sind die Hersteller nicht zur Auskunft verpflichtet. Oft kennen die Hersteller die Einzelstoffe auch selbst nicht. Sie bekommen von Duftstoffherstellern eine fertige Komposition, und die bleibt dann oft geheim. Wer Pech hat, erfährt also nichts.

Bei Verdacht auf eine Allergie sollte man den Arzt einschalten. Auch dieser hat die Möglichkeit, sich beim Produkthersteller kundig zu machen, um herauszufinden, worauf sein Patient möglicherweise überempfindlich reagiert – und hat eventuell mehr Erfolg. Immerhin müssen seit 2005 in der EU 26 bestimmte Duftstoffe einzeln gekennzeichnet werden, von denen einige ein relativ hohes Allergenpotenzial haben. Aber einerseits umfasst diese Liste bei weitem nicht alle allergenen Duftstoffe. Und andererseits gilt die Deklarationspflicht auch nur dann, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Empfindliche Menschen können aber durchaus allergisch auf Konzentrationen bestimmter Stoffe reagieren, die unterhalb dieser Schwelle liegen.


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